Platoon

„Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns …“
Platoon Poster
In Platoon zieht Regisseur Oliver Stone seine Bilanz über den Vietnamkrieg – und zeigt ihn in seiner ungeschönten Grausamkeit. Neben Apocalypse Now einer der erfolgreichsten und wichtigsten Filme über das Amerikanische Trauma Vietnam.

Die Story im Überblick

Vietnam, 1967: Der Vietnamkrieg ist in vollem Gange – und mittendrin der naive Collegestudent Chris Taylor, der sich auch noch freiwillig zum Dienst an der Waffe gemeldet hat. Schon bald muss Chris feststellen, dass das Soldatenleben so ganz anders ist, als er es sich vorgestellt hat: Von Kameradschaft ist nichts zu spüren, ganz im Gegenteil, sein „Platoon“ teilt sich in zwei Lager.

Die eine Seite ist dem launenhaften und sadistischen Sgt. Barnes ergeben, die andere Seite steht treu hinter dem ehemaligen Hippie und Gutmenschen Elias.

Während Barnes seine Perversionen voll auslebt und auch nicht davor zurückschreckt, Unschuldige zu töten, ist Elias fest davon überzeugt, dass die Soldaten gerade inmitten eines unmenschlichen Krieges ihre Menschlichkeit bewahren müssen. Die Charaktere der beiden spiegeln sich auch in der Wahl ihrer Drogen wieder: Während Barnes dem Schnaps verfällt, konsumiert Elias mit Vorliebe Gras.
Ein Soldat nach dem anderen verliert im Kampf sein Leben und Chris hat alle Mühe, nicht den Verstand zu verlieren. Doch als die Situation eskaliert, wird sich Chris mit einem mal bewusst, dass die Vietnamesen längst nicht mehr die einzigen Feinde sind

Unsere Meinung zu Story und Besetzung

Regisseur Stone, der selbst in Vietnam kämpfte und schwer verwundet wurde, verarbeitete seine Erlebnisse in seiner berühmten Vietnam-Trilogie: Platoon, Geboren am 4. Juli und Zwischen Himmel und Hölle. Platoon war mit Abstand der erfolgreichste dieser drei Filme, dennoch sind Kritiker seit jeher geteilter Meinung: Feiern ihn die einen als überragenden und realistischen Kriegsfilm, sehen andere in diesem Streifen nichts, als eine platte, patriotische Story, die den US-Soldaten auf unangemessene Weise zum Helden macht.

Dabei nimmt sich Stone eines Themas an, dass in den meisten Kriegsfilmen ignoriert wurde: Der Kampf und die Zersetzung innerhalb der eigenen Truppe und innerhalb jedes einzelnen Soldaten. Kein Film macht deutlicher, wie unterschiedlich sich der Krieg auf die verschiedenen Persönlichkeiten der Soldaten auswirkt. Selbst die „Guten“ verlieren im Wahnsinn des Krieges irgendwann die Nerven.

Die Darsteller, die Stone für Platoon gewinnen konnte, überzeugen jedenfalls allesamt. Charlie Sheen bewies, dass er nicht nur Rollen á la Hot Shots drauf hat, sondern auch als ernstzunehmender Charakterdarsteller punkten kann – wenngleich er sich Vergleichen zu Vater Martin Sheen in Apocalypse Now nie ganz entziehen konnte. Auch Willem Dafoe (Der blutige Pfad Gottes, Spider Man) und der damals noch relativ unbekannte Johnny Depp (Edward mit den Scherenhänden, Fluch der Karibik) machen ihre Sache hervorragend.

Unser Fazit zu Platoon

Platoon ist ein zeitloser Klassiker, der die amerikanische Kriegspolitik wie kaum ein anderer kritisiert. Man mag über die Story und die Darstellung der Charaktere durchaus geteilter Meinung sein – dennoch ist dieser Streifen ein Meilenstein in der Geschichte des Kriegsfilms und gehört zur Grundausstattung für jeden Kriegsfilmfan.

Eine Antwort auf Platoon

  1. bloodmoon 31. Mai 2011 um 17:04 #

    Diesen Film habe ich mit Abstand am häufigsten gesehen und er fasziniert mich immer wieder. Der eiskalte Barnes und der Gegenpart Eilias. Ein Filmwerk das für mich einfach grandios ist.

Schreibe einen Kommentar