Geboren am 4. Juli

Geboren am 4. Juli Poster
Geboren am 4. Juli bildet den Mittelteil von Oliver Stones Vietnam-Trilogie. Schonungslos und hart zieht Stone mit dem US-Militär ins Gericht – und zeigt ein Amerika, das mit dem schrecklichen Unheil hadert, das es selbst heraufbeschworen hat.

Die Story im Überblick

Vietnam, 1967: Ron Kovic wird am 4. Juli geboren – dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Tief patriotisch und überzeugt das Richtige zu tun, tritt er nach seinem Highschool-Abschluss den US-Marines bei, um für sein Land im Vietnam zu kämpfen. Doch an der Front erwartet ihn die Hölle auf Erden. Von einer Granate getroffen, wird er so schwer verletzt, dass er für den Rest seines Lebens am Rollstuhl gefesselt bleiben wird.

Enttäuscht und verbittert kehrt er zurück in die Heimat, wo er seine Zeit mit anderen Kriegsveteranen verbringt – trinkend, fluchend und mit jeder Menge Prostituierten. Trotz seiner traumatischen Erlebnisse und der Lähmung, bleibt seine patriotische Überzeugung unangefochten. Der Widerstand gegen den Vietnamkrieg wird in den USA indes jedoch immer lauter, auch Ron kann sich dem nicht entziehen. Die Begegnung mit seiner Jugendfreundin Donna öffnet Kovic schließlich die Augen für die Sinnlosigkeit und Perversion dieses Krieges. Sein Weltbild beginnt sich zu wandeln. Er schließt sich der Antikriegsbewegung an – damit sein Opfer nicht umsonst war

Unsere Meinung zu Story und Besetzung

Geboren am 4. Juli konzentriert sich auf das Schicksal eines einzigen Soldaten (vgl. auch Johnny zieht in den Krieg), der stellvertretend für eine ganze Kriegsgeneration steht. Stand der Großteil der amerikanischen Journalisten bis 1968 noch hinter dem US-Militär – teils aus echter patriotischer Überzeugung, teils aber auch, weil die Politik massiven Druck ausübte – wandelte sich das Bild der Öffentlichkeit langsam. Als sich die Zinksärge der Gefallenen langsam stapelten und immer mehr Massaker an vietnamesischen Zivilisten durch amerikanische GIs bekannt wurden, bekam man ein immer realistischeres Bild über den grausamen Krieg in Indochina.

Wie die US-Heimatfront auf diesen Schock der Erkenntnis reagiert, davon erzählt Geboren am 4. Juli. Die Geschichte basiert übrigens auf einer wahren Begebenheit – Ron Kovics Lebensgeschichte und gleichnamige Autobiografie lieferten die Vorlage für diesen meisterhaften Streifen, der neben einem hervorragenden Soundtrack (viele Klassiker aus den 60ern) auch mit einer sehr guten Besetzung überzeugen kann: Hauptdarsteller Tom Cruise (Top Gun, Mission Impossible) gelingt die Metamorphose vom naiv patriotischen College-Bubi zum überzeugten Pazifisten perfekt – alles andere als selbstverständlich, war man Cruise zuvor vor allem als Teeniestar des 80er-Jahre-Kinos gewohnt.

Unser Fazit zu Geboren am 4. Juli

In gewohnt Stone’scher Härte inszeniert, ist Geboren am 4. Juli einer der authentischsten und eindringlichsten Genrebeiträge überhaupt – daher uneingeschränkt empfehlenswert!

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