Full Metal Jacket

This is my rifle, there are many like it, but this one is mine …“

Full Metal Jacket Poster

Full Metal Jacket ist neben Apocalypse Now und Platoon einer der populärsten Kriegsfilme überhaupt. Regisseur Stanley Kubrick (Uhrwerk Orange) hat mit diesem Streifen ein zeitloses Dokument über ein menschenverachtendes Militärsystem und einen unsinnigen Krieg geschaffen – seit mehr als zwanzig Jahren absoluter Kult im Genre Kriegsfilm!

Die Story im Überblick

USA, 1967: Private Joker und Private Pyle durchlaufen im Rekrutenlager Paris Island ihre Grundausbildung. Ihr Ausbilder Hartman ist ein erbarmungsloser Drillsergeant, der seine Frischlinge schier pausenlos anschreit, erniedrigt und quält. Besonders der übergewichtige und etwas tölpelhafte Private Pyle hat es ihm angetan: Bald schon wird seine Erniedrigung Hartmanns liebstes Hobby. Pyle, genannt „Paula“ kann diesem Druck irgendwann nicht mehr standhalten und dreht durch. Er erschießt Hartmann und richtet sich schließlich vor Jokers Augen selbst. Dieses Erlebnis begleitet den jungen Rekruten mit bis nach Vietnam, wo er für eine Militärzeitung als Kriegsberichterstatter eingesetzt wird.

War Joker zunächst vollkommen davon überzeugt, dem Krieg gegenüber die nötige Distanz zu haben, wird hier nun alles anders. Seine moralische Überzeugung und sein schwarzer Humor (daher sein Spitzname) sind mit einem Mal nichts mehr wert und auch die anderen Soldaten müssen erkennen, dass die Realität nichts mir ihrer Vorstellung zu tun hat: Am Krieg ist nichts Heldenhaftes, nichts Spektakuläres – Eintönigkeit und Dreck bestimmen den Alltag.

Doch dann gerät der Trupp in einen verlustreichen Hinterhalt. Als sie den feindlichen Schützen ausmachen können, handelt es sich nicht etwa um einen Soldaten – sondern und eine vietnamesische Teenagerin. Die Frau ist schwer verwundet und bittet Joker um den Gnadenschuss – den er ihr gewährt. Spätestens jetzt ist ihm klar, dass auch er Teil eines Krieges ist, dem er nicht entrinnen kann

Unsere Meinung zu Story und Besetzung

Full Metal Jacket teilt sich, wie viele Kubrick-Filme, in zwei Blöcke und nimmt sich dabei eines weitgehend ignorierten Themas in amerikanischen Kriegsfilmen an: Der menschenverachtenden Härte der Grundausbildung. Das ist auch das ganz Spezielle an diesem Kriegsfilm, der ihn von seinen Genrekollegen wie Platoon und Apocalypse Now so sehr unterscheidet. Die erbarmungslosen Erniedrigungen von Drillsergeant Hartmann stehen für das Vorgehen des gesamten US-Militärs: Die jungen Rekruten sollen entmenschlicht und zu rücksichtslosen Killermaschinen geformt werden. Ein Plan, der bei Private Pyle durchaus aufgeht wie sich zeigt – nur eben anders als gedacht.

Die Szenen mit dem Drillsergeant schrieben Filmgeschichte und wurden mehrfach aufgegriffen (z.B. Jarhead). Das liegt nicht zuletzt an der hervorragenden Besetzung dieses Kriegsfilms: Darsteller Lee Ermey, im wahren Leben hoch dekorierter Vietnamveteran und tatsächlich ehemaliger Drillsergeant, scheint in dieser Rolle wunderbar aufzugehen. Daneben überzeugt vor allem Vincent D’Onofrio (Trennung mit Hindernissen, Criminal Intent), der für die Rolle des mitleiderregenden Private Pyles an die 30 Kilo zunehmen musste.

Full Metal Jacket (der Titel kommt übrigens von der Munition, die benutzt wurde, zu deutsch etwa „Vollmantelgeschoss“) verzichtet bewusst auf ausgedehnte Gefechtszenen und funktioniert vor allem auf der psychologischen Ebene: Wer also ein Gemetzel á la Der Soldat James Ryan erwartet, wird von diesem Streifen enttäuscht sein. Dabei ist Kubricks Werk eigentlich um einiges brutaler, macht er dem Zuschauer doch eines klar: Jeder Mensch, egal wie stark sein Wille und seine Überzeugung ist, ist in Ausnahmesituationen zu Dingen fähig, die er sich auch in seinen dunkelsten Gedanken nie hätte vorstellen können

Unser Fazit zu Full Metal Jacket

Full Metal Jacket ist kein erhobener Zeigefinger, sondern vielmehr eine Dokumentation. Ein trockener, brutaler und zutiefst verstörender Kriegsfilm, den man auf jeden Fall gesehen haben muss.

Keine Kommetare bis jetzt

Schreibe einen Kommentar