Jarhead – Willkommen im Dreck

„Was zum Teufel willst du überhaupt hier?“ – „Sir, ich hab‘ mich auf dem Weg zum College verlaufen, Sir!“

Jarhead - Willkommen im Dreck Poster
Jarhead basiert auf den hervorragenden Aufzeichnungen von Anthony Swofford über dessen Erfahrungen als Soldat im ersten Golfkrieg.

Die Story im Überblick

USA, 1990: Die Iraker sind in Kuwait einmarschiert, der Zweite Golfkrieg ist in vollem Gange. Die USA starten eine defensive Militäraktion, um den Einmarsch der Iraker nach Saudi Arabien zu verhindern.

Zu den Teilnehmern dieser Operation „Desert Storm“ gehört auch Anthony Swofford, der von seinen Freunden schlicht „Swoff“ genannt wird. Doch nach seiner Ausbildung zum Scharfschützen erwartet ihn nicht etwa heroische Kriegsaction und wildes Kampfgetümmel: Unerträgliche Hitze, Sand und scheinbar endlose Warterei bestimmen das Alltagsleben des Jarheads.

Eine monatelange Zeit des Ausharrens beginnt, in der der knallharte Drillsergeant Sykes Swoffs Truppe mit absurden Übungen auf Trab hält. Dazu gehört zum Beispiel, mit aufgesetzten Gasmasken Football zu spielen – und zwar nur für die Medien, schließlich soll man zu Hause sehen, wie hart die Jungs an der Front trainieren.

Doch in Wirklichkeit besteht der Alltag nur aus dem Warten auf den Moment, wo Swoff und sein Team endlich das tun können, wofür sie ausgebildet wurden: das Töten. Eine beschwerliche Zeit, die sich Swoff und seine Freunde mit schwarzem Humor erträglicher gestalten.

Als dann endlich der Krieg beginnt, überstürzen sich die Ereignisse und die einzige Chance, irakische Soldaten zu erschießen, entgeht ihnen – die Truppe wird nach Hause zurückbeordert. Dort werden die Männer mit einer feierlichen Parade als Helden empfangen und Swoff muss erfahren, dass seine Freundin einen neuen Mann hat.

Nach dem Einsatz plagen den Jarhead immer wieder Gedanken an den Einsatz in der Wüste …

Unsere Meinung zu Story und Besetzung

Jarhead ist ein Kriegsfilm, in dem das Warten die Hauptrolle spielt. Dramatische Kampfszenen sind nicht zu sehen, die Vorbereitung, das unerträgliche Ausharren sind Schrecken genug.

Wer sich also wie Protagonist Swoff auf die kriegsüblichen Schlachten und Kugelhagel á la Der Soldat James Ryan gefreut hat, den wird dieser Streifen enttäuschen. Aber Jarhead schildert schlicht und einfach die Ereignisse, wie sie von Anthony Swofford erlebt und niedergeschrieben wurden. Dabei zeigt er auch auf, welch physische und psychische Belastungen aus jener unerträglichen Eintönigkeit des Wartens resultieren, die genauso zum Krieg gehören wie der Kampf selbst.

Im krassen Kontrast zu dieser Spannung stehen gewaltige Bilder von brennenden Ölquellen und ausgebrannten Autos eines irakischen Konvois, die den Zuschauer verstören aber gleichzeitig beinahe ästhetisch wirken – vielleicht auch, weil sie die triste Eintönigkeit unterbrechen.

Zahlreiche Anspielungen zu anderen Kriegsfilmen wie Apocalypse Now oder Deer Hunter, die von den Soldaten in Jarhead vollkommen missverstanden und mit johlender Begeisterung quittiert werden, tun ihr Übriges, um nachhaltig aufzurütteln.

Regisseur Sam Mendes (American Beatuy) beweist bei der Besetzung ein glückliches Händchen: Jake Gyllenhaal (Prince of Persia, The Day After Tomorrow) alias Swoff kann ebenso überzeugen wie Jamie Foxx (Stichtag, Ray) als unerbittlicher Drillseargant á la Full Metal Jacket.

Unser Fazit zu Jarhead – Willkommen im Dreck

Jarhead ist ein nachdenklicher und intelligenter Kriegsfilm, der auch abseits von jedem Kriegsgeschehen, Gewalt und Psychoorgien hervorragend funktioniert. Ein angenehm unpatriotischer Streifen, der zum Pflichtprogramm eines jeden Kriegsfilmfans gehört.

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