Battle for Haditha

Battle for Haditha Poster
Wenn ein Film den Namen Anti-Kriegsfilm verdient hat, dann ist es Battle for Haditha.

Dieser halbdokumentarische Streifen schildert schonungslos und detailgenau die Geschehnisse, die als das „Massaker von Haditha“ in die traurige Geschichte des Irakkriegs eingingen.

Die Story im Überblick

Irak, 2005: Haditha ist eine Stadt im Nordwesten des Irak, etwa 250 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernt.

Der irakische Ex-Soldat Ahmad ist das Leben im besetzten Land ohne Strom und Wasser und in ständiger Angst leid. Mit seinem jungen Neffen Jafar baut er im Auftrag irakischer Terroristen eine Bombe, die sie am Rand einer viel befahrenen Straße vergraben. Sie warten im Verborgenen darauf, dass amerikanische Truppen vorbeifahren, um sie zu zünden.

In der Nähe beobachten einige Zivilisten von ihren Häusern aus das Geschehen, doch sie informieren die Behörden nicht, weil sie genau wissen, dass die Terroristen sich an ihnen rächen würden. „Allah wird uns helfen“ sagt der tief religiöse Vater von Asmah – und besiegtelt damit das Schicksal einer Großfamilie, die gerade ein Fest feiert.

Als am 19.11.2005 eine amerikanische Kolonne in die Stadt einfährt, wird die Bombe gezündet. Ein Soldat wird in dem Inferno getötet, zwei weitere schwer verletzt und der „Battle for Haditha“ beginnt.

Der durch den Krieg psychisch bereits stark traumatisierte Corporal Ramirez und seine Männer vom United States Marine Corps starten eine blindwütige Vergeltungsaktion. Sie dringen in die Häuser der Umgebung ein und töten 24 unbewaffnete Iraker, darunter Kinder, Frauen und alte Männer – sie schießen auf alles, was sich bewegt.

Die Militäroberen versuchen das Geschehene zu vertuschen, denn sie haben das Vorgehen genehmigt. Ein Großteil der Opfer wird der Bombendetonation zugeschrieben oder als bewaffnete Widerständler deklariert. Doch ein irakischer Student hat das Massaker gefilmt und spielt es 2006 der Times zu. Der größte Skandal in der Geschichte des Irakkriegs nimmt seinen Lauf …

Unsere Meinung zu Story und Besetzung

Regisseur Nick Broomfield gelingt es mit dem Kriegsfilm Battle for Haditha authentische Einblicke in den schrecklichen Alltag und die Motivationen von Soldaten und Attentätern zu geben – ohne dabei den Zeigefinger zu erheben.

Der unmenschliche Druck der Soldaten und die Verantwortung des Corporals für seine Truppe werden ohne Partei zu ergreifen nüchtern dargestellt, ebenso wie die menschlichen, religiösen, aber auch kommerziellen Motive der Attentäter, die von den Terroristen eine hohe Geldsumme erhalten.

Und zwischen all diesen tödlichen Kräften befindet sich eine ohnmächtige Zivilbevölkerung, die einerseits in Angst vor irakischen Terroristen und andererseits in Angst vor den amerikanischen Besatzungstruppen leben muss.

Die Washington Post und die Menschenrechtsorganisation Human Right Watch stufen dieses Ereignis heute als eines der vielleicht schlimmsten Kriegsverbrechen in der Geschichte des Irakkriegs ein.

Interessant ist die Tatsache, dass für Battle for Haditha tatsächlich ehemalige Soldaten gecastet wurden. Dies und der dokumentarische Stil dieser Produktion machen den Film extrem authentisch, ohne jemals wertend zu sein, jede Aktion ist gleichzeitig Reaktion.

Unser Fazit zu Battle for Haditha

Bisher ist die Aufarbeitung im Hinblick auf den Irakkrieg noch nicht sehr weit vorangeschritten, es gibt nur wenige gute Kriegsfilme, die sich diesem Thema widmen. Umso mehr bleibt zu hoffen, dass zukünftige Produktionen auf genau diesem Niveau weitermachen.

Battle for Haditha ist ein intensiver, eindringlicher und authentischer Kriegsfilm, der mit kriegerischem Heldenpathos und Klischees von Gut und Böse endgültig aufräumt.

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