Im Westen nichts Neues

Im Westen nichts Neues kann man wohl ohne zu zögern als den Großvater des Genres Kriegsfilm bezeichnen. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Erich Maria Remarque wurde von Militaristen aller Art zensiert, gekürzt, bekämpft oder gar völlig verboten – nicht ohne Grund, ist dieses Meisterwerk aus dem Jahr 1930 wie kaum ein anderer Film vor allem eins: Ein Friedensapell.

Die Story im Überblick

Deutschland, 1914: Der junge Deutsche Paul Bäumer meldet sich zusammen mit seinen Klassenkameraden aus der Oberschule freiwillig an die Westfront, nachdem ihr Lehrer ihnen die „Vorzüge des Heldentodes“ und „des Sterbens für das Vaterland“ in einer flammenden Rede vor Augen geführt hat. Auf den Enthusiasmus der jungen Männer folgt jedoch schon bald Ernüchterung: In der brutalen Realität des Krieges bleibt kein Platz für heroisches Pathos. Hunger, Angst, Tod und Ungewissheit diktieren den Alltag.

Als Bäumer Heimaturlaub bekommt, will ihn sein ehemaliger Lehrer den anderen Schülern als leuchtendes Beispiel für „deutschen Heldenmut“ vorstellen – Bäumer allerdings erzählt die ungeschminkte Wahrheit über die Schrecken des Krieges. Zurück an der Front muss er erfahren, dass viele seiner ehemaligen Mitschüler bereits gefallen sind. Die Kompanie wird durch schlecht ausgebildeten Nachwuchs aufgefüllt und einer nach dem anderen verliert sein Leben. Einige Tage vor Kriegsende schließlich, es ist der Herbst 1918, erblickt Bäumer einen Schmetterling, der sich kurz vor seinem Schützengraben niederlässt. Als begeisterter Schmetterlingssammler will Bäumer nach ihm greifen. Er hebt den Kopf über die Deckung – und wird von einem französischen Soldaten erschossen

Unsere Meinung zur Story

Nie zuvor wurde die Sinnlosigkeit des Krieges besser dargestellt, als in diesem Meilenstein der Filmgeschichte. Wenn man Im Westen nichts Neues aus heutiger Sicht betrachtet, muss man zwar sagen, dass er sich an einigen Stellen etwas zu sehr in die Länge zieht – aber das verzeiht man einem Film, der mehr als ein dreiviertel Jahrhundert auf dem Buckel hat, gerne. Die brutale Wucht des Kriegsgeschehens, das hohle Gerede von Soldatenehre und Heldentod und letztendlich der erschreckend banale Tod des Protagonisten – all das schafft dieser Film immer noch wie kaum ein anderer auf eindrucksvolle Weise darzustellen. Nicht umsonst gehört er seit Jahrzehnten zur Pflichtlektüre jedes Geschichtsunterrichts – und wurde im nationalsozialistischen Deutschland verboten, weil man in ihm eine Verletzung der Ehre deutscher Soldaten sah. Auch nach 1945 erschien Im Westen nichts Neues immer nur in gekürzter Version, bis 1984 schließlich das ZDF eine rekonstruierte und neu synchronisierte Fassung ausstrahlte.

Unser Fazit zu Im Westen nichts Neues

Im Westen nichts Neues ist vor allem in Anbetracht des Entstehungszeitpunktes und der zahlreichen Editierungen einer der mutigsten und revolutionärsten Filme aller Zeiten. Ein Film, den man unbedingt gesehen haben muss – allein schon, weil er zur Allgemeinbildung gehört.

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